Manincor

Neuer Keller

Weiterdenken, weiterbauen.

Die Qualität des Bestehenden in einem zeitgemäßen, funktionellen Bau fortzuschreiben – das klingt ganz einfach. Wie viel Denkarbeit und Kreativität in unserem Neuen Keller steckt bleibt dabei unermesslich.

Die große Herausforderung bestand von Anfang an in der besonderen Sensibilität des Standortes. Manincor ist sowohl in kultureller als auch in landschaftlicher Hinsicht ein höchst schützenswertes Ensemble, in das nur sehr behutsam eingegriffen werden sollte. Andererseits stellte Michael Graf Goëss-Enzenberg hohe Ansprüche an Funktionalität und Kapazität des neuen Kellergebäudes.

Die Lösung fand er schließlich mit einem Architektenteam, bestehend aus dem Kalterer Walter Angonese und dem Innsbrucker Rainer Köberl. Der Keller wurde zur Gänze in Tieflage unterhalb des Weinberges, angrenzend an den historischen Ansitz gebaut. Die Architektur nimmt mit den Schrägen der Wände und der Anordnung der Decken auf die Topografie des Weinberges Bezug. Ca. 3.000 Quadratmeter Fläche auf drei unterirdischen Geschossen bieten Platz für große Holzfässer, Barriquefässer, Gärbehälter, Edelstahltanks, Pressen, die Abfüllanlage und nicht zuletzt für die Flaschenlagerung.

Der nahezu unsichtbare Keller unter dem Weinberg besteht aus mächtigem Sichtbeton. Bei der Mischung des Materials wurden organische Substanzen zugesetzt, die Farbe und physikalische Eigenschaften der Oberfläche verändern. Der Beton ist nicht grau, sondern hat die Farbe von Kalkputz, verwittert im Laufe der Zeit und wird so den alten Weinbergsmauern immer ähnlicher. Dabei wurden keine fertigen Betonelemente verwendet. Die gesamte Struktur wurde vor Ort gegossen, so entstand eine monolithische und zugleich komplexe Struktur, die durch ein ausgeklügeltes Verschalungssystem raffinierte Muster aufweist und sich nicht nur optisch der Umgebung ideal anpasst. Ein intelligentes Belüftungssystem sorgt auf natürliche Weise für ideales Kellerklima. Über spezielle Öffnungen und durch kontrollierten Luftaustausch wird die Erdfeuchte an die Kellerwände herangeleitet, sodass beispielsweise der Barrique-Keller die nötige Feuchtigkeit erhält, das Flaschenlager jedoch trocken bleibt.

Die Temperatur im unterirdischen Keller wird zusätzlich durch Wärmetauschpumpen reguliert, die über 80 Meter tief mit dem Boden verbunden sind und aus dieser Tiefe Erdwärme ins System einspeisen können. Im Sommer kann über dasselbe Pumpensystem bei Bedarf Wärme abgeleitet werden. So bleibt die Temperatur in den verschiedenen Abteilen des Kellers stets auf idealem Niveau.